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Willi Berger

Die Bilderwelt des Malers

Der 1922 geborene und seit 1955 auf Hiddensee lebende Maler Willi Berger feierte im Oktober 2002 seinen achtzigsten Geburtstag.
In der Galerie des Hiddenseer Heimatmuseums wurde im Herbst 2002 anläßlich dieses Jubiläums eine Ausstellung mit dem Lebenswerk Bergers eröffnet. Seine naturalistisch und auch impressionistisch wirkenden Ölbilder werden von der Kritik hoch geschätzt und führen immer wieder zu beachteten Ausstellungen weit über Deutschlands Grenzen hinaus.

Willi Berger

In der Neumark aufgewachsen, absolvierte er die Schule und ab 1945 das Studium in Berlin. Seine Lehrer während des Studiums der Malerei und Graphik an der Hochschule für Kunst in Berlin-Charlottenburg waren neben anderen der BRÜCKE-Künstler Max Pechstein (1881-1955) und der aus der expressionistischen Richtung kommende Carl Hofer (1878-1955). Für Kunst und Malerei interessierte er sich schon in frühester Kindheit. 1951 erhielt er das Examen als Revierförster. Erst einmal sollte er jedoch etwas Handfestes lernen. Mit dem Zeichnen von Portraits verdiente sich Berger während des Studiums und manchmal noch danach (häufig bei den Befreiern) seinen Lebensunterhalt.

Da er sich jedoch mit Kunst nicht finanzieren konnte, ging er in den Forstdienst zurück. Er beschäftigte sich mit Ornithologie und präparierte Tiere. 1955 bekam er das Angebot, an der Hiddenseer Vogelwarte als Konservator zu arbeiten. Er nahm an und blieb bis 1979 angestellt. Währenddessen baute er in der Hügellandschaft Klosters sein Haus mit eigenem Atelier und malte in jeder freien Minute.

Seit 1979 ist er freischaffend als Maler, Graphiker und Designer aktiv. 1990 beteiligte er sich an der Künstlerinitiative EAST SIDE GALLERY. Dort setzte er seinem Vorbild und Freund Hans Meissel, der während des Nationalsozialismus als "entartet" galt und auch zu Zeiten der DDR-Regierung mit Ausstellungsverbot belegt war, mit dem Mauerbild SOLI DEO GLORIA ein Denkmal.

Seine Werke, die vielerlei Stimmungen der Insel darstellen, zeichnen sich nicht nur durch Natürlichkeit, sondern auch durch die Verbundenheit zu Hiddensee aus. Seit 1999 engagiert er sich im Pommerschen Künstlerbund. In seinem Atelier "Schwalbennest" zeigt er Besuchern gern alte und neu entstandene Hiddensee-Motive.